Sitzung der Hegegemeinschaft Bretten

Vorrangige Themen waren Artenrückgang und Biotopverbesserung

Erstellt am 09.11.2021

Dem Artenrückgang trotzen – Gelungener fachlicher Austausch bei der

1. Sitzung der Hegegemeinschaft Bretten am 21.09.2021

 

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Hegegemeinschaft (HG) Bretten, der mittlerweile 24 zusammenhängende Jagdreviere angehören, gegründet und von der Unteren Jagdbehörde bestätigt.

Zweck des Zusammenschlusses ist es, Maßnahmen der Bejagung, der Hege, vor allem aber der Biotopverbesserung, sowie des Wildtiermanagements jagdbezirksübergreifend abzustimmen und nach einheitlichen Grundsätzen durchzuführen.

Coronabedingt konnte die erste Sitzung der Hegegemeinschaft Bretten erst jetzt stattfinden. Dabei konnte der Leiter der HG Bretten, Dr. Ulrich Kraft, in der Ruiter Krabbenschänke prominente Gäste begrüßen.

 

Den Auftakt machte der Leiter des Landwirtschaftsamtes, Gerrit Kleemann, der in seinem Grußwort die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Jägerei hervorhob. Green Deal, ökologische Vorrangflächen sowie das Agrarumweltprogramm des Landes FAKT böten gute Perspektiven für das Niederwild.

 

Anschließend stellte Franziska Fritz, stellvertretende Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbandes (LEV), in ihrem Grußwort die Arbeit des LEV dar. Sie freute sich über die Einladung und konnte im Laufe der Veranstaltung etliche Kontakte knüpfen. Denkbar seien gemeinsame Projekte für die Artenvielfalt.

 

Hauptreferent war Rene Greiner vom Landesjagdverband BW, der über das Projekt „Allianz für Niederwild“ berichtete. Er lobte die Gründung der HG Bretten, „Das ist genau der richtige Ansatz“ so Greiner.

In seinem Vortrag stellte er die unterschiedlichen Möglichkeiten der Biotopverbesserung, vor allem aber auch der Biotopvernetzung dar.

 

Im Anschluss sprach Benjamin Gut von der HG Karlsruher Bergdörfer über seine Erfahrungen. Der gestandene Praktiker hatte schon 2019 eine HG mit ins Leben gerufen. Gemeinsam haben die Jäger dort vier Tierarten ausgesucht, die sie besonders schützen wollen: Den Feldhasen, den Fasan, die Waldschnepfe und die Feldlerche. Die Feldlerche wird dabei natürlich nicht bejagt, profitiert aber von den biotopverbessernden Maßnahmen, die die Hegegemeinschaft in ihren Revieren vornimmt. Dazu zählen etwa Heckenpflegeaktionen, aber auch das Anlegen von Blühbrachflächen. Insekten können in den hohlen Stängeln der Blühbrachflächen überwintern. Die Maßnahmen sind dabei so angelegt, dass sie quasi von unten nach oben wirken. Steigt die Insektenpopulation, erhöht sich automatisch das Nahrungsangebot für Vögel und andere Lebewesen.

Gut weiß, dass ein einzelner Jäger wenig ausrichten kann. „Wild hält sich nicht an Reviergrenzen. Es reicht nicht, wenn nur einer etwas anfängt, man braucht den Zusammenschluss.“ Er freute sich über die Gründung der HG Bretten, an der so viele Reviere teilnehmen.

 

Den Abschluss machte Peter Steiner, der einen sogenannten Wildtierschützerlehrgang erfolgreich absolviert hat und auch als anerkannter Wildschadensschätzer fungiert.

Er berichtete von den Aufgaben eines Wildtierschützers und brachte die Anwesenden auf den aktuellen Stand der erst kürzlich geänderten jagdgesetzlichen Regelungen.

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